Geschichte

Der Offlumer See im Laufe der Geschichte

Bei einem Ausflug um den Offlumer See lässt sich auch die Geschichte sehr gut erforschen. Viele Schilder und Hinweistafeln geben Auskunft über die Historie diese Gebietes. Im folgenden finden sich die wichtigsten Stationen in der Geschichte des Sees von den dazu gehörigen Hinweistafeln. Mehr lässt sich vorort in Augenschein nehmen:

Entstehung des “Offlumer Sees”

Die “Westfälische Sand- und Tonwerke Dr. Müller & Co. Dorsten in Westf.” in einer Zeicnung. So begann 1935 der industielle Sandabbau.

Autofriedhof in der Nachkriegszeit

Oberhalb des heutigen Sees befand sich der sogenannte “Autofriedhof”. Englische Soldaten hatten hier kaputte Jeeps, ausrangierte LKW und Motorräder abgestellt. Dieser Schrottplatz war in der erbärmlichen Nachkriegszeit für viele Neuenkirchener eine wahre Fundgrube. Reifen wurden abmontiert, Motoren ausgebaut und alles Verwertbare herausgenommen. Zum Schluss wurde der Schrott abgeholt.
Englische Soldaten – untergebracht in zurückgelassenen Eisenbahnwaggons der Firma “Otto Todd” – bewachten den PLatz und schossen in Zeitabständen über den Autofriedhof hinweg. Treffen wollten sie offenbar niemanden.
Eine Waggons waren mit Werkzeug aller Art, mit Spaten, Schaufeln, Hacken und Besen beladen. Dieses Werkzeug war natürlich in der Bevölkerung ebenso willkommen. Selbst das Wellblechdach des von den Engländern erbauten Toilettenhäuschens wurde abmontiert und einer neuen Verwendung zugeführt.

Ehemalige Absetzfläche am Offlumer See

Auf dieser ehemaligen Absetzfläche, in die das Abwasser der Kieswäsche floss, bildete sich zunächst ein großer Schilfwald. Mit dem Ende der Kiesgewinnung fiel das Gebiet trocken, und im Zuge der Sukzession verdrängten Weisen und später Birken und Kiefern das Schilf. Somit geht auch Schlafplatz für Stare, Rohrammern, Rauchschwalben und Bachstelzen verloren. Dafür bietet der auswachsende Wald u.a. Meisen, Grasmücken, Laubsängern, Spechten und Tauben neuen Lebensraum.

Funktion der Trichter bei der Gewinnung von Sand und Kies

Mit Hilde des Saugbaggers wurden Kies und Sand gefördert und durch eine Druckleitung auf die großen Trichter gespült. Hier wurde das noch sehr nasse Material entwässert.
Von den Spültrichtern wurde es dann mit einem Förderband zum Vorsieb transportiert. Nachdem es dort vorsortiert wurde, kam es in die Wäscherei, wo Siebe die entgültige Sortierung und Klassierung vornahmen.
Die ganz dicken Steine widersetzen sich dieser Prozedur. Sie wurden deswegen bereits auf dem Schiff in einem so genannten “Steenkorb” gesammelt. War der Korb voll, wurde er an Ort und Stelle entleert.

Archäologische Ausgrabungen in Offlum

Unter dem abgetragenen Eschboden auf dem anstehenden Dünensand wurden Scherben, Eisenschlacke und Bodenverfärbungen entdeckt.

Eine wissenschaftlich begleitete Grabung durch Mitglieder des Vereins “Freunde der Geologie u. Archäologie Neuenkirchens” ergab dass hier eine etwa 1000 Jahre alte Hofwüstung gefunden wurde.

Die Geschichte des Kiessandzuges

Der sogenannte “Münsterländische Kiessandzug” durchzieht im Bereich St. Arnold und Offlum Neuenkirchener Gebiet. Er ist etwa 200.000 Jahre alt.
Er entstand, als Schmelzwasser des Saale-Eiszeit-Gletschers das von ihm herantransportierte Gesteinsmaterial in einer Abflussrinne spülte.

In der Zusammensetzung der Gesteine spiegelt sich der lange Weg des Gletschers von Skandinavien zu uns ins Münsterland wider. Man findet im Kiessand z.B. Granite aus Schweden, Bernsteine aus dem Ostseeraum, Steine und Versteinerungen vom Wiehengebierge und dem nahen Waldhügel.